Irgendwo im Nirgendwo

Die Serie „Irgendwo im Nirgendwo“ sind 30 Ansichten von dem Ort, wo einst
unser Dorf in der Oberlausitz stand • 2021

Irgendwo im Nirgendwo /12.2020 / Film: © Karsten Kelsch / 30-teilige Serie (Nr. 30) - Pigmenttusche auf Papier - 70 x 100 cm

Der Dreißigjährige Krieg, Napoleon, die Weltkriege, Hochwasser und zahlreiche kleinere Katastrophen konnten Schöpsdorf (Šepšecy) nichts anhaben. Über Jahrhunderte bestand das sorbische Dorf in der Oberlausitz fort, bewahrte seine Geschichte, seine Sprache und seine gewachsene Landschaft.

Am Ende der Baumallee lichteten sich die Schatten der alten Bäume, und der Kirchturm mit seiner großen Uhr kam in Sicht. Um ihn herum duckten sich die Häuser des Dorfes, umgeben von Feldern, die im Frühling blühten. Im Sommer brachten die Bauern ihre Ernte in die Scheunen. Die Jahreszeiten bestimmten den Rhythmus des Ortes und verbanden die Menschen mit der Landschaft.

Heute ist davon nichts geblieben. Kein Kirchturm, keine Felder, keine Baumallee. Eine weite, karge Landschaft erstreckt sich dort, wo einst Schöpsdorf lag. Der Ort musste dem Braunkohletagebau weichen und verschwand mit seiner Landschaft aus dem sichtbaren Raum.

Die Werkserie bewegt sich zwischen Erinnerung, Verlust und Leere. Sie fragt nach dem, was bleibt, wenn ein Ort nicht nur seine Häuser, sondern auch seine Landschaft, seine vertrauten Wege und seine Geschichte verliert.

30 Ansichten von dem Ort, wo einst unser Dorf in der Oberlausitz stand

30-teilige Serie, 100 × 70 cm je Arbeit, Gesamtmaß der Installation: ca. 10,50 × 2,30 m, Pigmenttusche auf Papier